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Offener Brief an die Deutsche Buddhistische Union

 

Dieser Brief ging am 4. November 2018 als E-Mail an:

 

Geschäftsstelle der DBU und Rat der DBU: 

Gunnar Gantzhorn, Martin Hage, Claus Herboth, Manfred Folkers, Nicole Baden, Felix Baritsch, Nils Clausen, Reiner Frey, Michael Gerhard, Sören Hechler, Dr. habil. Martin Ramstedt

 

 

Offener Brief

 

 

Unterstützung für die DBU bezüglich Mitteilung Nr. 11-2018 (Ole Nydahl)

 

 

 

 

Sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und Rates der DBU,

 

ich unterstütze ausdrücklich den neuen Kurs des Rates der DBU, sich offen und kritisch mit Aussagen buddhistischer Lehrer*innen oder Leitfiguren von Mitgliedsgemeinschaften der DBU auseinanderzusetzen und sie zur Stellungnahme und Distanzierung aufzufordern, sofern öffentliche Aussagen dem Grundgesetz der BRD oder den Grundsätzen der DBU widersprechen. Dies umso mehr, wenn getätigte Aussagen dem friedlichen Zusammenleben mit Menschen anderer Religionsgemeinschaften zuwiderlaufen, sie dazu geeignet sind, gesellschaftliche Spaltung und Feindbilder zu befördern, dem Ruf der buddhistischen Lehre, der Deutschen Buddhistischen Union und dem Buddhismus allgemein schaden.

 

Herzlichen Dank an den Rat der DBU für das klare, auf den Punkt gebrachte Schreiben an den Buddhistischen Dachverband Diamantweg (BDD) vom 25.10.2018. Ich stehe sowohl hinter den inhaltlichen Ausführungen des Rates der DBU im Schreiben, als auch hinter der Aufforderung zur Distanzierung und dem Aufzeigen und Umsetzen von Konsequenzen, wenn der BDD nicht bereit ist, sich zu distanzieren. Dass nun also der Rat der DBU solch eine Distanzierung sogar mit der möglichen Konsequenz eines Ausschlusses fordert, ist für mich nicht nur angemessen, sondern ein vernünftiger und begrüßenswerter Schritt, den ich innerlich mittrage. 

 

Ich erkenne sehr wohl an, dass der Diamantweg für viele Menschen ein attraktives buddhistisches Angebot darstellt. Allerdings sehe ich die Gesamtheit der Buddhisten nicht länger in der Lage, dessen ethische und politische Orientierung öffentlich mitzutragen, wenn diese vom Buddhistischen Bekenntnis so sehr abzuweichen drohen. Eine Alternative wäre, ein Austritt des BDD aus eigener Initiative aus der DBU. Der BDD sollte damit seine Zentren und Lehrenden nach außen selbst vertreten und rechtfertigen. Dieser Vorschlag des Vorstandes erscheint mir als das friedlichste Mittel für alle Beteiligten. Ferner ist, so weit ich das aus Einsicht in die Satzung beurteilen kann, auch ein satzungsgemäßer Ausschluss des BDD juristisch möglich.

 

Bezüglich der Stellungnahme des BDD:

 

Meiner Einschätzung nach handelt es sich im Unterschied zu Klarstellungen des BDD bei den von Ole Nydahl wiederholt erfolgenden Äußerungen rechtspopulistischer Art nicht um private Ratschläge an Schüler, sondern um gezielte Meinungsbildung auf öffentlichen Veranstaltungen mit großer Resonanzwirkung. Da ich selbst lange Zeit aktives Mitglied im Diamantweg war, muss ich leider die öffentlich gewordenen Äußerungen im Kern als nichts neues und tatsächlich zutreffend bezeichnen. Ich selbst habe über viele Jahre solche Äußerungen von Ole Nydahl gehört und kenne ihre Wirkung auf seine Schüler*innen. 2015 musste ich leider feststellen, dass dies nun kein internes Problem bleibt, das man nur vor der Außenwelt abdecken muss. Leider hat sich unsere Gesellschaft so entwickelt, dass islamophobe  Äußerungen ein immer größeres Echo erhalten, was mich letztlich dazu führt, mich von dem Diamantweg distanzieren zu müssen.

 

Nach meinem Verständnis der Satzung der DBU hat diese nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Pflicht auf Fehlverhalten in den eigenen Reihen hinzuweisen, wenn diese mit den buddhistischen Grundprinzipien nicht in Einklang stehen. Ich unterstütze daher die DBU darin, Korrekturen zu fordern und Konsequenzen anzukündigen, wenn dies - wie im vorliegenden Fall - nach Überzeugung einer Mehrheit von Menschen geboten scheint.

Entgegen der Interpretation des BDD ist, „was nach buddhistischer Ethik geboten und verboten, vertretbar und unvertretbar ist,“ meiner Auffassung nach nicht die alleinige Sache einer Mitgliedsgemeinschaft und dadurch kein ethischer Freibrief für beliebigen Handlungsspielraum.

 

Somit verstehe ich das derzeitige Vorgehen des Rats der DBU auch als notwendiges Entgegenwirken gegenüber Vorurteilen, Ressentiments, Respektlosigkeit und pauschalen Unwahrheiten über Angehörige einer anderen Religionsgemeinschaft und deren Religion.

 

Ich hoffe sehr, dass dieser Kurs der ethischen Verantwortung sich in der DBU zu einer Erneuerung derselben weiter durchsetzen wird und drücke Ihnen hiermit meinen Respekt für Ihre Arbeit aus. 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Jinavaro Hopf

 

Buddha-Talk Initiative und Suttanta-Gemeinschaft 

in der 

Buddhistischen Gesellschaft Hamburg e.V.

Beisserstr. 23

22337 Hamburg

 

 

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Begleitinfo zur Veranstaltung mit Bhikkhu Bodhi am 27.6.2018:




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