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Sonntag, 31. Mai 2026

 

Marie Mannschatz: 50 Jahre auf dem Meditationskissen – eine Spurensuche

 

Zur Person

 

Im 76. Lebensjahr angekommen liegt es nahe, Rückblick zu halten und zu fragen: Was bleibt als Essenz nach einem halben Jahrhundert auf dem Meditationskissen, nach unzähligen Stunden in Stille, geprägt von Vipassana- und Metta-Praxis?

 

Mein Weg führte mich weg von innerer Härte und alten Ängsten, hin zu einem Leben in Loslassen, Freiheit und tiefem inneren Frieden. 

 

In diesem Vortrag möchte ich gemeinsam die „Früchte der Stille“, die Qualitäten einer reifen Spiritualität erforschen, und fragen, was ein lebenslanges Geistestraining im Innersten bewirken kann.

 

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Sonntag, 3. Mai 2026

 

Sonam Spitz: Zwischen Tibet und Indien

 

Zur Person

 

Der tibetische Buddhismus hat uns einen einzigartigen Schatz an übersetzten indisch-buddhistischen Texten bewahrt. Als der Buddhismus in Indien allmählich zurückging, wurden viele dieser Texte in Tibet sorgfältig aufgenommen, übersetzt und überliefert. Deshalb ist die tibetische Tradition heute eine der wichtigsten Quellen für das Studium des indischen Buddhismus.

 

Seit einigen Jahren arbeite ich als Übersetzer mit solchen Texten und möchte in diesem Vortrag einen Fall schildern, der mich textlich von Tibet über Sri Lanka wieder nach Indien geführt hat — mit freundlicher Unterstützung mehrerer Gelehrter. Es geht um Drikung-Yogis, den Visuddhimagga und den indischen Dichter Āryaśūra. Das könnte spannend werden :) 

 

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16. April 2026

 

Sebastian Gäb: Ist Buddhismus eine Religion?

 

Zur Person

 

Ist der Buddhismus eine Religion? Auf den ersten Blick wirkt diese Frage absurd, denn der Buddhismus gilt als eine der großen Weltreligionen und Buddha als einer der wichtigsten Religionsstifter der Menschheitsgeschichte.

Andererseits lehnt der Buddhismus Überzeugungen ab, die für viele andere Religionen entscheidend sind, etwa den Glauben an die Existenz Gottes oder an eine unsterbliche Seele. Der Buddha selbst betonte immer wieder, dass nicht der Glaube, sondern die eigene Einsicht die Grundlage seiner Lehre sein solle. Und Vertreter eines naturalisierten Buddhismus der Gegenwart behaupten, dass der Buddhismus verlustfrei von allen Elementen des Übernatürlichen gereinigt werden kann.

Ist der Buddhismus also eher eine Philosophie oder sogar eine Art Wissenschaft vom eigenen Bewusstsein? Diese Frage lässt sich nur beantworten, wenn wir verstehen, was eine Religion eigentlich ist – und was der Buddhismus ist. Dieser Vortrag unternimmt den Versuch, auf beide Fragen eine plausible Antwort zu finden.

 

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1. März 2026

 

Zen-Vortrag: Corinne Frottier Roshi von der Zen-Sangha GenjoAn e.V.

 

 

Zur Person

 

„Nicht wissend, wann die Dämm’rung kommt,

öffne ich alle Türen.“

 

Diese Zeilen sind der Beginn eines kurzen Gedichtes von Emily Dickinson, welche heute als einer der herausragendsten amerikanischen Dichterinnen des 19. Jahrhunderts gilt. Gemeinsam wollen wir die Bedeutung des „Nicht-Wissens“ und des „Öffnens aller Türen“ für unsere spirituelle Übung ergründen. In einer Zeit globalen Umbruchs und tief empfundener Unsicherheiten, mögen uns diese Gedichtzeilen Mut machen, unseren Lebens-Weg vertrauensvoll und beherzt fortzusetzen.

 

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1. Februar 2026

 

Raimund Hopf: Das Kālāma Sutta – Kriterien der Prüfung

 

Zur Person

 

Das Kālāma Sutta (Aṅguttara Nikāya 3.65, dt: 66) gehört zu den bekanntesten Texten des frühen Buddhismus. Oft wird es im Westen zitiert, um daran zu erinnern, dass man Lehren nicht einfach glauben, sondern selbst prüfen soll – auch wenn sie vom Buddha oder von angesehenen Lehrer:innen stammen.

 

Doch wie kann man tatsächlich prüfen, ob eine Lehre stimmig ist? Woran erkennt man, ob jemand eine verlässliche geistliche Führung bietet? Und was bedeutet es, eine Lehre „für sich selbst“ zu überprüfen?

 

In diesem Buddha-Talk wollen wir gemeinsam diesen Fragen nachgehen und entdecken, was das Kālāma Sutta wirklich lehrt. Wir betrachten, welchen Dingen man besser nicht folgen sollte – und welche zeitlose Weisheit dieser Text bereithält, um Vertrauen, Unterscheidungskraft und innere Klarheit zu entwickeln.

 

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3. Januar 2026

 

Bhikkhu Akiñcano (Nick Dwyer) from Sri Lanka:

 

Was ist Achtsamkeit? – What is mindfulness? 

  

Profil

 

Der Vortrag erfolgt in Englisch mit automatisierter, simultaner Text-Übersetzung.  

 

Deutsch:

Es wird oft gesagt, dass man, wenn man Achtsamkeit entwickeln möchte, seine Aufmerksamkeit auf ein Meditationsobjekt (den Atem, den Körper, Empfindungen usw.) richten und versuchen sollte, seine Aufmerksamkeit so lange wie möglich auf diesem Objekt zu halten. In diesem Vortrag möchte ich zeigen, dass dies nicht die Art und Weise ist, wie Achtsamkeit (sati) in den Pāli-Suttas beschrieben wird. Um dies zu erreichen, werde ich Folgendes versuchen:

 

- Ich werde mich auf das phänomenologische Konzept der Intentionalität stützen, um die Frage zu stellen: Bedeutet Achtsamkeit, die intentionalen Objekte unserer Erfahrung zu betrachten oder unsere intentionalen Handlungen?

- Ich werde im Satipaṭṭhāna Sutta (MN 10) nach einer Antwort auf diese Frage suchen.

- Argumentieren, dass Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sehr unterschiedliche Dinge sind. Bei Achtsamkeit geht es nicht darum, sich auf ein Objekt zu konzentrieren. Achtsamkeit bedeutet, zu wissen (sich zu erinnern; nicht zu vergessen), wo ich bin. Wenn ich achtsam bin, bin ich mir des Gesamtkontexts meiner Erfahrung bewusst, unabhängig davon, ob ich mich explizit darauf konzentriere oder nicht.

- Die Bedeutung von yonisomanasikāra zu erforschen (was ich mit „ursprüngliche Aufmerksamkeit” übersetze), einer besonderen Art der Aufmerksamkeit, die laut dem Buddha (a) eine notwendige Voraussetzung für Achtsamkeit (AN 10.61) und (b) eine notwendige Voraussetzung für das Entstehen der richtigen Sichtweise (AN 2.126) ist.

 

English:

It is often said that if you want to develop mindfulness, you should bring your attention to a meditation object (the breath, the body, sensations, and so on) and try to keep your attention fixed on that object for as long as possible. In this talk, I hope to demonstrate that this is not the way mindfulness (sati) is spoken of in the Pāli suttas. In order to accomplish this, I will try to do the following:

 

- Draw on the phenomenological concept of intentionality in order to ask the question: Should we think about mindfulness in relation to the intentional objects of our experience, or in relation to our intentional acts?

- Look to the Satipaṭṭhāna Sutta (MN 10) for an answer to this question.

- Argue that mindfulness and attention are very different things. Mindfulness is not about attending to an object. Mindfulness means knowing (remembering; not forgetting) where I am. If I am mindful, I am aware of the overall context of my experience whether I explicitly attend to it or not.

- Explore the meaning of yonisomanasikāra (which I translate as 'originary attention'), a particular way of attending to things that the Buddha says is (a) a necessary condition for mindfulness (AN 10.61), and (b) a necessary condition for the arising of the right view (AN 2.126). 

 

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20. Dezember 2025

 

Venerable Bhikkhu Bodhi:

Hemavata Sutta – The world's arising, liberation from the world - Entstehung der Welt, Befreiung von der Welt.

 

Zur Person

 

Der Vortrag ist in Englisch.  

 

Bhantes Vortrag basiert auf dem Hemavata Sutta aus dem Suttanipata (Kapitel 1, Nr. 9). Das Sutta hat die Form eines Dialogs zwischen zwei Yakkhas, dämonischen Wesen. Der eine (Satagira) ist ein überzeugter Anhänger des Buddha und versucht, den anderen (Hemavata) zu überreden, ihn zu begleiten, um den Buddha zu besuchen. Die beiden Yakkhas nähern sich dem Buddha und stellen ihm eine Reihe tiefgründiger Fragen, die als Rätsel formuliert sind. Die Fragen befassen sich mit der Entstehung der Welt, der Befreiung von der Welt und den Mitteln zur Befreiung von der Welt. Die Antworten des Buddha, die Bhante mit Verweisen auf andere Suttas beleuchten wird, führen uns in einige der tiefsten Gewässer des Dhamma.

 

English:

Bhante’s talk will be based on the Hemavata Sutta of the Suttanipata (chapter 1, no. 9). The sutta takes the form of a dialogue between two yakkhas, demonic beings. One (Satagira) is a confirmed follower of the Buddha who is trying to convince the other (Hemavata) to join him on a visit to see the Buddha. The two yakkhas approach the Buddha and ask him a series of profound questions, formulated as riddles. The questions deal with the origination of the world, liberation from the world, and the means to liberation from the world. The Buddha’s replies, which Bhante will illuminate with other sutta references, take us into some of the deepest waters of the Dhamma. 

 

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7. Dezember 2025

 

Ajahn Khemasiri: Der Anker des Dhamma in turbulenten Zeiten

 

Zur Person

 

Wir freuen uns, dass Ajahn Khemasiri auch dieses Jahr wieder mit einem Dhammatalk zum Jahresende die besinnliche Zeit vor Weihnachten einleitet. Ajahn schreibt dazu:

 

Ich plane, der Frage nachzugehen, ob es realistisch oder gar „erlaubt“ ist, sich in der turbulenten heutigen Welt mit dem klassischen Dhamma-Thema der Leidenserlöschung zu beschäftigen. Realistisch – vor dem Hintergrund der Einschätzung eigener Fähigkeiten und Möglichkeiten – und „erlaubt“ im Sinne des Mitgefühls und der Mitverantwortung für das große Ganze, für unsere unter Umweltfieber ächzende und überaus schnell beunruhigte Welt.

 

Freut euch mit uns auf die Begegnung mit Ajahn aus dem buddhistischen Kloster Dhammapala in der Schweiz.

 

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2. November 2025

 

Raimund Hopf: Wissen, wie die Dinge sind

 

Zur Person

 

Zu diesem Buddha-Talk war ursprünglich Anagarika Viryapadma (Andrea Würdinger) vom Buddhistischen Tor Berlin (Triratna) mit dem Thema „In der Kunst dem Dharma begegnen“ eingeladen. Leider musste sie krankheitsbedingt absagen.

 

Um die entstandene Lücke zu füllen, habe ich mich entschlossen, einen weiteren Buddha-Talk in diesem Jahr zu übernehmen. Dabei kam mir der Gedanke, meinen Vortrag vom 4. Mai 2025 zur „Landkarte des Dhamma“ um einen weiteren Teil zu ergänzen. Im Mai stellte ich anhand eines Posters den Praxispfad des frühen Buddhismus dar und erklärte, wie er uns Orientierung für die eigene Praxis bietet. In diesem Buddha-Talk möchte ich nun eine zweite „Landkarte des Dhamma“ vorstellen: jene, die die eigentliche Lehre des historischen Buddha verdeutlicht.

 

Der Erwachte hat durch seine Praxis und sein Erwachen die Wirklichkeit unseres Erlebens erkannt, vollkommen durchschaut und sich aus eigener Kraft von aller Täuschung und vom Leiden am Leiden befreit. Seine Lehre schildert daher die Dinge so, wie sie sind – nämlich die physischen und psychischen Faktoren, die unser Erleben bestimmen. Sein Anliegen war es nicht, eine systematische „Menschenlehre“ zu formulieren, sondern so zu lehren, dass andere – wie er selbst – den Weg zu wirklichem, bleibendem Glück finden können.

 

Die Darstellung der wichtigsten Elemente seiner Lehre mit Hilfe dieser zweiten „Landkarte des Dhamma“ bietet damit gewissermaßen „buddhism in a nutshell“ (Buddhismus im Überblick). In der Hoffnung, diesen Einblick klar, erhellend und inspirierend weiterzugeben, lade ich herzlich alle ein, die sich fragen, „wie die Dinge wirklich sind“.

 

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5. Oktober 2025

 

Yesche U. Regel: Friedvoll bleiben in einer in Unruhe geratenen Welt

 

Zur Person

 

Der Pfad des Buddha-Dharma wurde im Bewusstsein vieler Krisen und Konflikte entdeckt, gelehrt und überliefert. Er setzt an den Wurzeln allen Leidens an, die in den Geistesgiften im persönlichen und individuellen Geist liegen. Nur dort kann Übung und Entwicklung mit den Methoden des Dharma stattfinden. Dharma-Praxis kann auch nur jene schützen und erwecken, die sie anwenden.

 

Daraus folgt zweierlei, mindestens:

  • Ein Mensch, der diesen Weg gehen möchte, ist damit einerseits alleine, könnte aber auch Gemeinschaften mit anderen bilden.
  • Man kann von Menschen im allgemeinen nicht erwarten, dass sie diesen Weg gehen, wenn sie ihn nicht kennen.

Das bedeutet auch, dass man sich in einer in Unruhe geratenen Welt, die sie ja auch immer schon als Samsara war, nur jetzt vielleicht in größerem Extrem, auf den Buddha, den Dharma und den Sangha besinnen darf, um selber die inneren Qualitäten zu kultivieren, denen die spirituelle Sehnsucht und Suche gilt.

 

Der Vortrag ist ein Appell sich selbst treu zu bleiben, wenn man sich als eine buddhistisch praktizierende Person versteht, und sich nicht vom Zeitgeist und den Dramen der Welt verrückt machen zu lassen. Auch Depression und Angst, ebenso die alten Samen für Aggressivität und Gewalt, die in uns noch vorhanden sind, gilt es zu erkennen und durch den Dharma-Weg zu verwandeln. Während viele danach streben andere zu besiegen und das Spiel der 8 weltlichen Dharmas zu spielen, dürfen Buddhisten weiter daran arbeiten sich selbst zu besiegen und den eigenen Frieden zu verwirklichen.

 

Dies schließt Hilfsbereitschaft und die Praxis des fürsorglichen Mitgefühls natürlich ein, die Beteiligung an gewaltsamem Handeln allerdings so gut wie aus. Die Ethik des Dharma und des buddhistischen Geistestrainings könnte als Heilmittel für viele Krisen und Nöte der Welt genutzt werden, sie nützt jedoch wenig, wenn sie von einer großen Mehrheit der Menschen nicht angewendet wird. Umso mehr käme es auf den Mut von Einzelnen an, oder von kollektiven Sanghas, die beweisen, welche Kraft der Buddha-Dharma haben könnte, wenn man ihn friedvoll und standhaft vertritt und lebt.

 

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7. September 2025

 

Dr. Hans-Günter Wagner: Die Zypresse hinter dem Haus – Buddhismus in der westlichen Literatur und Philosophie

 

Zur Person

 

In vielen Anekdoten des chinesischen und japanischen Buddhismus taucht immer wieder das Motiv einer „Zypresse hinter dem Haus“ auf. Damit ist der Buddhismus gemeint, der aus Indien nach China kam. Aber die Erleuchtung die er lehrt, musste gar nicht aus weiter Ferne kommen. Sie war in den Samen der heimischen Zypressen immer schon gegenwärtig. Das ist der tiefere Sinn dieses Ausspruches.

 

In diesem Vortrag geht es um offen und kryptisch-buddhistische Inhalten in der westlichen Philosophie und Literatur. Von Arthur Schopenhauer bis Ludwig Wittgenstein, über Franz Kafka, Thomas Mann und Alfred Döblin bis Milan Kundera lassen sich Vergeblichkeit und Leidhaftigkeit allen Verlangens ebenso entdecken wie Motive der Ichlosigkeit und der nirvanischen Sehnsucht. Eine Spurensuche. 

 

Inzwischen ist auch das Buch zum Vortrag erschienen im Origo Verlag.

 

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3. August 2025

 

Sylvia Wetzel: Buddhismus und Politik - Die Ethik des Nicht-Verletzens

 

Zur Person

 

Mit Hilfe des Buddhismus wollen wir die innere Welt verstehen und freier werden, mit politischen Mitteln wollen wir eine bessere Welt schaffen. Was aber hat innerer Frieden mit sozialer Einbindung, ökonomischer Gerechtigkeit und politischen Lösungen zu tun? Wann ist Vertrauen auf das Gute in allen Menschen naiv und wann „wendet es die Not"?

 

Im Spiegel buddhistischer Lehren und Übungen untersuchen wir innere und äußere Bedingungen für den Mut zum Leben in einer unvollkommenen Welt. Ein brisantes und hochaktuelles Thema, zu dem wir dich mit auf die Reise nehmen wollen.

 

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6. Juli 2025

 

Stefan Kaiser: Celtic Zen, Klimaaktivismus und die Weisheit der Natur

 

Zur Person

 

In diesem Buddha Talk verbinden sich die spirituellen Pfade des Buddha-Dharma und der keltischen Weisheit zu einem lebendigen Dialog über Achtsamkeit, Naturverbundenheit und engagiertes Handeln in Zeiten der Klimakrise. Wir erkunden, wie Celtic Zen bzw. Zen Druidry eine tiefe spirituelle Verwurzelung in der Natur kultiviert – ein Weg, der kontemplative Praxis mit ökologischer Verantwortung vereint.

 

Celtic Zen ist eine westliche Ausprägung des Buddhismus, die Zen-Buddhismus mit Elementen keltischer Spiritualität und Weisheitstradition verbindet. Impulse aus dem EcoDharma und dem Ideal des EcoSattva inspirieren dazu, unsere Praxis über das Kissen hinaus in die Welt zu tragen – als Ausdruck von Mitgefühl, Mut und Verbundenheit mit allem Leben.

 

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1. Juni 2025

 

Ilona Evers: Buddhismus des Reinen Landes – Eine Einführung in die Schule des Jodo Shinshu

 

Zur Person

 

Die Reine Land Traditionen gehören in Ostasien zu den größten buddhistischen Strömungen und betonen in besonderer Weise das Vertrauen. In Deutschland und auch in anderen westlichen Ländern wirken diese Lehren für viele Buddhisten anderer Schulen oft ungewöhnlich oder gar befremdlich. Doch eigentlich wird Vertrauen und Hingabe in allen buddhistischen Traditionen sehr betont. Im Vordergrund stehen in der westlichen Vermittlung des Buddhismus jedoch eher Meditation und Einsicht. Dies passt vielleicht auch besser zum Weltbild der westlichen Industrienationen. In den asiatischen Ursprungsländern sieht es allerdings ganz anders aus.

 

Beginnen möchte ich diesen Vortrag mit der Bedeutung von Vertrauen und Hingabe in anderen buddhistischen Traditionen, gefolgt von der Lehre und Praxis meiner eigenen spirituellen Orientierung, dem japanischen Jodo Shinshu. Im Mittelpunkt des Jodo Shinshu Buddhismus steht das Vertrauen in den Buddha Amida (Amitabha).

 

Es geht dabei nicht nur um unser Vertrauen in den Buddha, wichtiger noch ist das Vertrauen des Buddhas. Wie das zu verstehen ist, möchte ich mit diesem Vortrag zu erläutern versuchen und freue mich auf euer Interesse und die nachfolgenden Fragen im Austausch.

 

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4. Mai 2025

 

Raimund Hopf: Wissen, wohin die Reise geht

 

Zur Person

 

Wer sich mit der Lehre des historischen Buddha beschäftigt, entdeckt ein tiefes Meer voller Weisheit und unzählige Wege und Aspekte der Praxis. So erging es mir vor vielen Jahren, als ich den Pāli-Kanon studierte. Ich wollte verstehen, wie die verschiedenen Lehren des Buddha miteinander verbunden sind: Was steht am Anfang, was in der Mitte, was folgt am Ende? Welche Voraussetzungen sind für die Praxis notwendig und wie kann ich auf diesen aufbauen? 

 

Aus diesen Überlegungen heraus entstand nach und nach eine Art "Landkarte des Dhamma" – ein Cluster von Teilen der frühbuddhistischen Praxis, das mir half zu sehen, um was es geht bzw. wohin die Reise geht. Diese Landkarte habe ich erstmals für einen Kurs über Ānāpānasati als ein Poster auf Papier entworfen und inzwischen digital umgesetzt. In diesem Buddha-Talk möchte ich nun dieses neue Poster des "frühbuddhistischen Praxispfads" vorstellen und erklären und somit einen Einstieg in die frühbuddhistische Praxis anbieten.

 

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12. April 2025

 

Bhikkhu Akiñcano (Nick Dwyer): Dependent Origination (Paṭiccasamuppāda) 

 

(English without translation) 

 

Profil

 

“Whoever sees paṭiccasamuppāda sees the Dhamma. Whoever sees the Dhamma sees paṭiccasamuppāda.” (MN 28)

 

Paṭiccasamuppāda – however you're going to translate this word – is right at the heart of the Buddha's teaching. If you don't know what paṭiccasamuppāda is, then you don't know what the Dhamma is. So what is it? Well, it's not some abstruse, highly technical way of explaining the process of why our experience is the way it is. The Dhamma is not explanatory in this way. It is simply a way of seeing things, a way of regarding the basic, elemental facets of our experience. According to SN 12.41, it is “the noble method that has been correctly seen, correctly penetrated” by a noble disciple. Seeing paṭiccasamuppāda means attaining the right view.

 

In this talk, I won't be discussing the obvious suttas that describe paṭiccasamuppāda in terms of the usual twelve ‘links’. Instead I'll be showing you that there are many many more suttas that deal with this issue, even though the word ‘paṭiccasamuppāda’ isn't explicitly mentioned. In fact, since pretty much all the suttas aim to show you what the right view is, they're all, in some way, about paṭiccasamuppāda.

 

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6. April 2025

 

Thomas Hamann: Neun Thesen zum westlichen Buddhismus

 

Zur Person

 

In Europa, Nordamerika und anderen westlich geprägten Regionen der Welt trifft der Buddhismus auf eine Kultur, die von Demokratie, Kapitalismus und Wissenschaft geprägt ist.

 

Wie sollte sich der Buddhismus anpassen, um den Werten und Normen dieser anderen Welt entgegenzukommen? Ist das, was durch diese Transformation entsteht, überhaupt noch Buddhismus oder etwas anderes?

 

In neun Thesen, über die gerne kontrovers diskutiert werden kann, sollen wichtige Aspekte dieser Entwicklung auf den Punkt gebracht werden. 

 

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2. März 2025

 

Lama Irene (Dordje Drölma): Begegnungen mit Gendün Rinpoche

 

Zur Person

 

„Ich lernte Gendün Rinpoche im Januar 1984 in der Dordogne kennen, gerade bevor das erste von ihm geleitete Drei-Jahres-Retreat in der Auvergne, Frankreich, begann. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich überhaupt nicht, dass er später mein Hauptlehrer und Wurzellama werden würde.

 

Während meiner ersten fünfeinhalb-monatigen Zurückziehung im Drikung Kagyu Zentrum in Kasardevi, Nordindien, konnte ich die „Vorbereitenden Übungen“ des Karma Kamtsang Ngöndros abschliessen. Während dieser Zeit hatte ich das Glück eine gute englische Übersetzung zum Mahamudragebet des 3. Karmapas Rangjung Dorje mit einem inspirierenden Kommentar von Beru Khyentse Rinpoche zu lesen. So entwickelte ich eine drängende Sehnsucht einem authentischen Mahamudrameister, wie es in solchen traditionellen Texten beschrieben wird, zu begegnen, war aber der Meinung, dass es diese in der heutigen Zeit nicht mehr gibt.

 

Nach dieser Zeit in Kasardevi insistierte ein Dharmafreund (Lama Lekshe -Thornten) mit mir zu Gendün Rinpoche in die Dordogne zu reisen. Rinpoche gab mir dort persönliche Meditationsanleitungen, die Lama Lekshe für mich direkt aus dem Tibetischen übersetzte.

 

Jetzt erinnere ich mich aber nicht mehr genau an diese. Erst als ich ab 1986 gemeinsam mit meinem Mann, Tilmann Borghardt, unter Rinpoches Anleitung in einer selbst gebauten Hütte bei Rinpoche in der Dordogne meditierte und praktizierte, erkannte ich ihn als den sehnsüchtig erwünschten Mahamudrameister. Und so stellte sich dann mein ganzes Leben auf den Kopf.“

Empfehlen möchten wir das einzige Videointerview mit Gendün Rinpoche, das auf Youtube zu finden ist: https://www.youtube.com/watch?v=0tLNMNTZ3kU

 

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2. Februar 2025

 

Corinne Frottier Roshi: Wer hält dich denn gefangen?

 

Zur Person

 

Koan: Der 31. Patriarch war der Ehrwürdige Dayi Daoxin. Daoxin verneigte sich vor Großmeister Sengcan und sagte: „Ich bitte den Priester, mir aus tiefem Mitleid die Lehre der Befreiung zu erteilen.“ Der Patriarch erwiderte: „ Wer hält dich denn gefangen?“ Doaxin antwortete: „Niemand hält mich gefangen.“ Da fragte der Großmeister: „Warum suchst du dann nach Befreiung?“ Durch diese Worte wurde Daoxin tief erleuchtet.

 

In allen Weltreligionen und Glaubenssystemen ist die Vorstellung von „Erlösung“  ein wesentlicher Teil der jeweiligen Doktrinen. Anhand des oben genannten Koans wollen wir gemeinsam unsere Sehnsucht nach Erlösung/Befreiung ergründen und Einsicht in diesen essentiellen Beweggrund für unsere Anstrengungen auf dem spirituellen Weg erhalten. 

 

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19. Januar 2025

 

Tilmann Borghardt (Lama Sönam Lhündrub)

Was ist Mahamudra?

 

Zur Person

 

Lama Tilmann Lhündrup erklärt den besonderen Mahāmudrā-Stil zum Entwickeln geistiger Ruhe, Einsicht und Aktivität. Mahāmudrā verbindet uns mit unserer grundlegenden Natur. Das dafür notwendige Loslassen entsteht durch einsichtiges Vertrauen in die inhärent befreite, immaterielle Natur unseres Geistes. Ob in Ruhe oder in Bewegung, wir nehmen alle Erfahrungen als Tore ins zeitlose Sein. Wir erforschen ihre selbstbefreiende Natur und die Kräfte, die diesen Prozess prägen. 

 

Genau wie der Achtfache Pfad, den Buddha lehrte, beinhaltet die Mahāmudrā-Praxis drei Aspekte – Sichtweise, Meditation und Aktivität – die sich gegenseitig verstärken. 

 

1. Sicht ist unser sich ständig verfeinerndes Verständnis des Seins, das durch Unterricht, Studium und kontemplative Reflexion vertieft wird. Eine offene, reife Sicht dient als Grundlage für das Erforschen des Geistes in der Meditation und das Entdecken neuer Freiheit in einem dynamischen, aktiven Geist. 

 

2. Meditation bedeutet, die Sicht mit zunehmendem Gewahrsein anzuwenden. Wir erleben uns als vernetzten „Niemand“, der von vielen Kräften beeinflusst wird und viele Möglichkeiten hat, Einfluss auf unsere Welt zu nehmen. Freiheit innerhalb der gegenseitigen Abhängigkeit. Aus dieser grundlegenden Erkenntnis entsteht der innige Wunsch, sie auch anderen zugänglich zu machen. 

 

3. Aktivität ist das Umsetzen spiritueller Praxis in Beziehungen, bei der Arbeit, in der Natur und in der Gesellschaft insgesamt. Um in dieser Welt aktiv zu sein, bedarf es ständiger Übung, um inmitten großer Herausforderungen das Gleichgewicht zu bewahren; Wir sehen, was Menschen wirklich brauchen und warum wir meditieren. Die Mahāmudrā-Meditation, die das Leben in der Einsicht ist, dient immer der Aktivität – sie ist Ausdruck des Bodhisattva-Pfades, der sich die entspannte, offenherzige Arbeit der buddhistischen Meister der Antike zum Vorbild nimmt – allen voran Buddha selbst, der nach seinem Erwachen 45 Jahre lang unermüdlich aktiv war und sich auch großen Herausforderungen stellte.  

 

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